Teilnahme am internationalen Science on Stage Festival in Litauen
Das Projekt „Unsere Schule soll nachhaltiger werden“ wurde beim nationalen Science on Stage Festival in Radebeul als eines von elf Projekten für die deutsche Delegation ausgewählt. Daher war es für mich eine große Ehre und vor allem eine besondere Freude, das Projekt nun beim internationalen Science on Stage Festival in Klaipėda (Litauen) präsentieren zu dürfen. (Flyer)
Vom 28. bis 31. Mai 2026 wurde die litauische Stadt Klaipėda zum Treffpunkt für Lehrkräfte, Bildungsakteure und Wissenschaftsbegeisterte aus ganz Europa. Rund 450 Lehrkräfte und weitere Teilnehmende aus 34 Ländern kamen zusammen, um ihre Ideen rund um zeitgemäße MINT-Bildung zu teilen und neue Anregungen für die eigene Arbeit mitzunehmen. Das Festival stand unter dem Motto „STEAM Education: Innovation Meets Creativity and Responsibility“.
Bereits die Eröffnungsveranstaltung hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die Anwesenheit des litauischen Präsidenten und der Bildungsministerin machte deutlich, welche Wertschätzung der Bildungsarbeit und insbesondere der MINT-Bildung in Litauen entgegengebracht wird. Es war bemerkenswert zu erleben, welche gesellschaftliche Bedeutung dem Engagement von Lehrkräften in diesem Rahmen zugeschrieben wurde.
Für mich waren die vier Festival-Tage in Litauen vor allem eine intensive Lern- und Begegnungsreise. Ob bei Workshops, Projektpräsentationen, dem Besuch einer litauischen Schule oder in den zahlreichen Gesprächen zwischen den Programmpunkten – überall boten sich Gelegenheiten, neue Perspektiven kennenzulernen und über den eigenen schulischen Tellerrand hinauszublicken.
Besonders spannend war die Vielfalt der vorgestellten Ideen auf der Bildungsmesse. In einem riesigen Zelt war jedes Projekt mit einem eigenen Stand vertreten. Plakate und Fahnen boten erste Orientierung, Anschauungs- und häufig auch Mitmachmaterialien luden zum weiteren Austausch und Ausprobieren ein. (Apropos Ausprobieren: An vielen Ständen gab es landestypische Süßigkeiten zur Stärkung. Schöne Idee.) Viele der gezeigten Projekte bewiesen eindrucksvoll, wie Schülerinnen und Schüler durch eigenständiges Forschen, Experimentieren und Gestalten für naturwissenschaftliche Themen begeistert werden können. Dabei reichte das Spektrum von einfachen Unterrichtsideen bis hin zu umfangreichen und technisch aufwändigen Unterrichts- und Schulprojekten. Die meisten Konzepte wurden zudem niederschwellig digital zum Mitnehmen und Nachnutzen angeboten und immer wieder wurde deutlich, wie viel Kreativität und Engagement Lehrkräfte investieren, um MINT-relevantes Lernen für unterschiedlichste Menschen unter verschiedenen Bedingungen lebensnah und motivierend zu gestalten.
Als besonders bereichernd habe ich die Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Ländern erlebt. Obwohl die Bildungssysteme teilweise verschieden sind, ähneln sich viele Fragestellungen erstaunlich stark. Wie gelingt es, junge Menschen auf gesellschaftliche und technologische Veränderungen vorzubereiten? Wie können Gegenwarts- und Zukunftsthemen sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden? Und wie schafft Schule Räume, in denen Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, eigene Ideen entwickeln und naturwissenschaftlich arbeiten und forschen können?
Neben lustigen, lärmenden, digitalen, künstlerischen und beweglichen Experimenten erweckte auch das CFvW-Projekt „Unsere Schule soll nachhaltiger werden“ großes Interesse. Die zahlreichen Standbesucherinnen und Standbesucher sowie die Gespräche über die Erfahrungen aus den bisherigen drei Projektdurchgängen zeigten, dass die Themen Partizipation, Selbstwirksamkeit, Projektarbeit, außerschulische Kooperationen und nachhaltige Entwicklung weit über Deutschland hinaus relevant sind. Besonders interessant war für mich dabei natürlich auch der Austausch mit ähnlichen Initiativen anderer Schulen und Länder.
Neben den vielfältigen fachlichen Eindrücken und besonderen Veranstaltungen bleiben mir vor allem die vielen persönlichen Begegnungen in Erinnerung. Die Offenheit der Teilnehmenden, die herzliche Gastfreundschaft der litauischen Organisatorinnen und Organisatoren sowie die tolle Atmosphäre während des gesamten Festivals haben dazu beigetragen, dass schnell Kontakte entstanden und interessante Gespräche geführt werden konnten.
Mit vielen neuen Ideen, wertvollen Kontakten und frischer Motivation bin ich nach einer langen Fähr- und Zugfahrt glücklich, wenn auch mit schwirrendem Kopf, nach Hause zurückgekehrt. Die Tage in Klaipėda haben mir deutlich gezeigt, wie inspirierend der Blick über die eigenen Schul- und Landesgrenzen hinaus sein kann und wie viel Potenzial im Austausch zwischen Lehrkräften – und natürlich Menschen allgemein – steckt.
Ein besonderer Dank gilt den Schülerinnen und Schülern der bisherigen drei Projekthalbjahre. Das Interesse am Festivalstand und die vielen positiven Rückmeldungen haben gezeigt, dass eure Projekte und euer Engagement auch international wahrgenommen und wertgeschätzt werden.
Ebenso gilt mein Dank allen, die das Projekt in den vergangenen Jahren begleitet haben. Kooperationen nehmen im Projekthalbjahr einen zentralen Stellenwert ein: Harry Brot gewährt Einblicke in seine Nachhaltigkeitsstrategie und ermöglicht Werksführungen am Standort Ratingen. DKV Mobility unterstützt die Schülerinnen und Schüler durch eine Wesentlichkeitsanalyse sowie einen Projektmanagementkurs bei der Vorbereitung auf ihre eigenen Vorhaben. Forschende der Forschungsbörse bringen ihr Fachwissen ein, Kosmos b stellt Materialien zur Verfügung, die in englischer Übersetzung auch in Litauen Anklang gefunden haben. Auch das Klimapuzzle und die Klimawaage werden künftig sicherlich von Lehrkräften in verschiedenen Ländern in eigenen Nachhaltigkeitsprojekten eingesetzt werden.
Neben diesen Partnern haben weitere Menschen und Einrichtungen dazu beigetragen, dass das Projekt gelingen konnte – Kolleginnen und Kollegen, die Hausmeister der Schule, die Stadt Ratingen und andere mehr. Sie alle einzeln zu nennen ist nicht möglich, aber ihr Engagement hat das Projekt ebenso getragen und die bereichernde Teilnahme am internationalen Science on Stage Festival ermöglicht.
Klb
































