Synapsenfunktion, Stress, Drogen, Sucht und mentale Gesundheit

m Rahmen des MNU-Unterrichts der Jahrgangsstufe 10 zum Thema „Gesundheit“ – mit den Schwerpunkten Synapsenfunktion, Stress, Drogen, Sucht und mentale Gesundheit – besuchte uns kürzlich Frau C. Wolter, Suchtberaterin der Diakonie im Kreis Mettmann. Mit einer anschaulichen Präsentation und praxisnahen Fallbeispielen gestaltete sie eine informative und abwechslungsreiche Unterrichtseinheit für die Schüler:innen.

Der Besuch bot den Jugendlichen die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema Sucht auseinanderzusetzen. Zu Beginn tauschten sich die Schüler:innen gemeinsam mit der Expertin über ihr Vorwissen zur Entstehung von Sucht aus. Anschließend wurde der Verlauf einer Suchterkrankung betrachtet – von Genuss über Gewöhnung und Missbrauch bis hin zur möglichen Abhängigkeit. Dabei diskutierten die Schüler:innen engagiert über unterschiedliche Verläufe, Ursachen, Zeiträume und Folgen von Suchterkrankungen. Besonders spannend war die Frage, ab wann aus einem kontrollierbaren Verhalten ein Kontrollverlust entsteht und welche Möglichkeiten es gibt, eine Verhaltensänderung aus eigener Kraft oder mit Unterstützung zu schaffen.

Thematisiert wurden sowohl stoffgebundene Süchte wie Alkohol, Cannabis oder Medikamente als auch stoffungebundene Süchte, beispielsweise Handy-, Arbeits- oder Spielsucht. Auch die ständige Verfügbarkeit digitaler Medien, Online-Spiele sowie der Konsum von Vapes wurden kritisch beleuchtet.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen und Suchtverhalten. Die Suchtberaterin erklärte, dass viele Menschen versuchen, z.B. Depressionen, einhergehende Antriebslosigkeit oder innere Unruhe durch sogenannte „Selbstmedikation“ zu bewältigen – etwa mit Alkohol, Cannabis, Beruhigungs- oder Schmerzmitteln oder auch Kokain zur Leistungssteigerung. Dabei machte sie die erheblichen Gefahren deutlich, die neben dem Konsum der eigentlichen Substanz auch durch durch falsche Dosierungen, gestreckte Drogen und gefährliche Zusatzstoffe wie Aceton, Haarspray oder Glaspulver entstehen können.

Darüber hinaus berichtete sie von ihrer Arbeit als Suchtberaterin und gab Einblicke in Therapie- und Hilfsangebote. Themen wie Entzug in Kliniken, Entgiftung, Ersatzstofftherapien, Gesprächstherapien sowie Unterstützungsangebote für ein konsumfreies Leben wurden ausführlich besprochen. Besonders eindrücklich war die Erkenntnis, dass Sucht „immer eine Geschichte hat“ und persönliche Ursachen, das soziale Umfeld sowie die jeweilige Droge dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Anhand von Fallbeispielen und Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit entstanden rege Diskussionen und Gespräche. Die Schüler:innen konnten offen Fragen stellen und eigene Gedanken einbringen – teilweise auch ohne Anwesenheit der Lehrkraft, was zu einer besonders vertrauensvollen Atmosphäre beitrug.

Die Veranstaltung bot den Schüler:innen nicht nur viele neue Informationen, sondern auch die Gelegenheit, offen über ein gesellschaftlich wichtiges Thema zu sprechen, Vorurteile abzubauen und persönliche Fragen zu stellen.

Der beim Besuch anwesende Praxissemesterstuden M. Weber fasst die Veranstaltung so zusammen:

„Es war eine vertrauensvolle und offene Atmosphäre mit starkem Realitätsbezug. Die Beiträge der Schüler:innen zeigen hohes Interesse an der Thematik und werden entsprechend gewürdigt, wodurch ein sehr gehaltvoller Austausch entsteht. Die Thematik wird als komplexes Problemfeld dargestellt. Ursachenbehandlung und die Offenheit von Hilfsangeboten werden konkretisiert.“

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Wolter für ihren engagierten Besuch. Die Schüler:innen freuen sich bereits auf ein Wiedersehen im Rahmen der Gesundheitstage der Jahrgangsstufe 10.

Auch für die Klasse 9b wird das Thema mit Unterstützung der Expertin bald aufgegriffen: Passend zur aktuellen Deutschlektüre „Sonne und Beton“ freuen wir uns darauf, Frau Wolter auch dort begrüßen zu dürfen und gemeinsam mit ihr und den Schüler:innen über Suchtprävention, Lebensrealitäten und gesellschaftliche Herausforderungen ins Gespräch zu kommen.

Klb