Unsere Zukunftsstadt gestalten
Im Forschenkurs der Klassen 6 und 4 drehte sich im Rahmen des Projekts „Zukunftsstadt“ alles um die Frage, wie wir künftig leben wollen – und vor allem, wie wir nachhaltiger wohnen können. Die Schüler:innen setzen sich dabei nicht nur theoretisch mit Klima- und Umweltwissen auseinander, sondern wenden ihre Erkenntnisse auch praktisch an, indem sie gemeinsam ihre eigene Modellstadt entwerfen.
Unterstützt wurden sie diesmal durch den Besuch einer externen Expertin: Nadine Nebel, M.A., Designerin, Szenografin und Forschungsreferentin. Nadine brachte nicht nur ihr Fachwissen in Form einer anschaulichen Präsentation mit, sondern auch viele persönliche Erfahrungen und kreative Impulse ein. In ihrer Doktorarbeit beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich die Wohnqualität auf kleinem Raum verbessern lässt und arbeitet im Forschungsprojekt lilmore in einer interdisziplinären Forschungsgruppe. Diese entwickelt nachhaltige Wohnkonzepte mit Fokus auf Suffizienz – also darauf, mit weniger Ressourcen auszukommen, ohne dabei an Lebensqualität zu verlieren. Ein zentrales Thema sind dabei Tiny Houses und alternative Wohnformen.
Gemeinsam mit den Schüler:innen ging Nadine wichtigen Fragen rund ums Wohnen nach, zum Beispiel:
- Was macht ein gutes Zuhause aus?
- Wie viel Platz braucht ein Mensch wirklich?
- Welche Rolle spielen Gemeinschaftsräume?
- Und wie gerecht ist Wohnraum eigentlich verteilt?
Besonders anschaulich wurde es bei einer praktischen Übung: Mithilfe von Gliedermaßstab, Wolle und freiwilligen Teilnehmenden ermittelten die Kinder, wie viel Wohnfläche pro Person zur Verfügung steht. Anhand kleiner Statistiken stellten sie fest, dass diese in den letzten Jahren stetig gestiegen ist.
Auch die damit verbundenen Herausforderungen wurden im Kurs kindgerecht diskutiert: steigender Flächenverbrauch, hohe Baukosten, Ressourcenknappheit und die Versiegelung von Böden. Die zentrale Erkenntnis: Es gibt oft zu wenig Wohnraum für zu viele Menschen – gleichzeitig nutzen viele aber auch mehr Platz als nötig.
Im Austausch mit der Expertin entwickelten die Kinder eigene Ideen für fairere und nachhaltigere Wohnformen. Dabei lernten sie auszugsweise auch Konzepte wie sortenreines Bauen kennen und erfuhren, dass im Rahmen des Forschungsprojekts lilmore beispielsweise Freiwillige probeweise in einem Tiny House leben.
Am Ende stand für viele eine wichtige Erkenntnis: Für ein gutes Leben braucht es oft weniger, als man denkt – entscheidend sind durchdachte Räume, eine funktionierende Gemeinschaft und ein bewusster Umgang mit Ressourcen.
Mit diesen Impulsen arbeiten die Schülerinnen und Schüler nun weiter an ihrer Modellstadt – und gestalten so aktiv ihre eigene Vision einer nachhaltigen Zukunft.
Klb






