Lernen, Forschen, Gestalten

Das Projekt „Zukunftsstadt“ ist ein langfristiges Schulprojekt, in dem Schüler:innen der 6.Klassen gemeinsam mit externen Expert:innen und Schüler:innen einer Partnergrundschule eine nachhaltige, klimafreundliche und sozial gerechte Modellstadt entwickeln. Dabei verbinden sie Klimawissen, Forschung, kreatives Gestalten und aktives Handeln, um Lösungen für die Stadt der Zukunft zu entwerfen und sichtbar zu machen.

Zu Beginn des neuen Halbjahres bereicherten Dr. Sascha Samadi vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie und Emilia L. (Schülerin der Klasse 10) mit ihrem Besuch die Projektarbeit durch wertvolle wissenschaftliche und informative Impulse.

In einer kindgerechten, zugleich fachlich fundierten Präsentation erklärte zunächst Dr. Samadi anhand realer Daten, wie Wissenschaftler:innen daran arbeiten, den Klimawandel zu bremsen, die Energiewende voranzubringen Klimaneutralitätsziele zu erreichen und auch Städte nachhaltiger zu gestalten. Er sprach über den Umstieg auf erneuerbare Energien wie Sonne und Wind, über klimafreundliche Mobilität sowie die Bereiche Gebäude und Industrie und stellte neue Technologien wie Photovoltaik und Wärmepumpen vor. Besonders eindrucksvoll war, dass er nicht nur Daten zeigte und Probleme benannte, sondern auch Lösungswege (für Städte der Zukunft) aufzeigte. Die Kinder erlebten ihn als „echten Forscher“, der täglich an genau den Themen arbeitet, mit denen sie sich in ihrer eigenen Zukunftsstadt beschäftigen.

Die Fragerunde zeigte das große Interesse der Schüler:innen. Sie stellten Fragen zu neuen Bäumen für das Klima, zur Speicherung von CO₂, zu Solaranlagen, klimafreundlichen Schulen, bezahlbarem Klimaschutz und zur Zukunft unserer Welt. Dr. Samadi nahm sich viel Zeit für die Antworten, erklärte verständlich und ermutigend und stärkte das Gefühl der Kinder, dass jede Idee zählt und auch junge Menschen etwas bewirken können.

Im Anschluss stellte Emilia als Schülerin des Kurses Mensch, Natur & Umwelt der 10. Klasse ihr Projekt „Nachhaltigkeit im Bau“ vor. Sie erklärte die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – ökologisch, ökonomisch und sozial – und verdeutlichte, was nachhaltiges Bauen bedeutet. Dabei ging sie auf die Bedeutung klimafreundlicher Baumaterialien wie Holz, Stroh, Hanfziegel und Lehm ein und erläuterte, warum die Wiederverwendung von Baustoffen, gute Wärmedämmung, eine durchdachte Gebäudeausrichtung sowie Teamarbeit und klare Absprachen zentrale Elemente nachhaltiger Baukonzepte sind. Besonders wertvoll war, dass Emilia nicht nur Fachwissen vermittelte, sondern konkret zeigte, wie nachhaltiges Bauen zur Gestaltung unserer Zukunftsstadt beitragen kann. Sie machte deutlich, dass Nachhaltigkeit immer ganzheitlich gedacht werden muss – für Umwelt, Menschen und Gesellschaft.

Durch ihr Engagement und ihre Bereitschaft, ihr selbst erarbeitetes Wissen an jüngere Schüler:innen weiterzugeben, übernahm Emilia Verantwortung und lebt demokratisches Handeln im Schulalltag vor. Sie stärkt Mitbestimmung, Teilhabe und gemeinsames Lernen innerhalb der Schulgemeinschaft und unterstützt ebenso wie der Wissenschaftler aktiv das Projekt „Zukunftsstadt“.

Während der Präsentationen sammelten die Kinder in Tabellenform Ideen dazu, was der Stadt schadet und was ihr nützt. Diese Sammlung bildet eine inhaltliche Grundlage, ein Fundament für den Bau unserer „Zukunftsstadt“– wissenschaftlich fundiert, kreativ gedacht und von Schüler:innen verschiedener Jahrgänge und Schulen gemeinsam mit wissenschaftlicher Unterstützung gestaltet.

Der heutige Besuch zeigte, wie Lernen durch Begegnung, Forschung, Austausch und Verantwortung gelingt – und wie Schule zu einem Ort wird, an dem Zukunft aktiv mitgestaltet wird.
Klb