Gegenwart und Zukunft gestalten am CFvW

Was können wir als Schüler:innen konkret tun, um unsere Schule und ihr Umfeld ein Stück nachhaltiger zu machen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der naturwissenschaftliche Differenzierungskurs „Mensch, Natur & Umwelt“ (MNU) der 10. Klassen im vergangenen Projekthalbjahr. Unter dem Motto „Unsere Schule soll nachhaltiger werden“ entwickelten die Schüler:innen in acht Kleingruppen eigene innovative Praxisprojekte. Grundlage bildeten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen.

Das Besondere: Die Jugendlichen agierten als echte Projektmanager:innen. Von der ersten Recherche über Datenerhebung und Planung bis hin zur praktischen Umsetzung und Dokumentation lag alles in ihrer Verantwortung. Die Lehrkraft stellte Materialien und Kontakte bereit und begleitete den Prozess als beratender Coach. So lernten die Schüler:innen, selbstständig zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und Projekte möglichst realistisch zu planen und umzusetzen.

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Einen professionellen Startschuss bildete Ende September 2025 der Projektmanagement-Workshop „Projekte planen“ im Rahmen des Community Days. Mitarbeitende der DKV Mobility vermittelten theoretische Grundlagen und arbeiteten in interaktiven Gruppenphasen mit den Schüler:innen daran, Visionen in strukturierte und umsetzbare Projektpläne zu überführen. Dieses methodische Handwerkszeug war die entscheidende Grundlage, um die anschließend selbst entwickelten Projektziele über Wochen eigenständig, zielgerichtet und nachhaltig zu verfolgen.

Die Schüler:innen entwickelten im Projekthalbjahr nicht nur Fachwissen zu Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit, sondern auch zentrale Kompetenzen in Projektmanagement, Teamarbeit, Kommunikation, Präsentation und Problemlösung. Sie erfuhren, dass ihr eigenes Handeln wirksam ist, dass Engagement konkrete Veränderungen bewirken kann und dass Schule ein Ort ist, an dem gesellschaftliche Verantwortung aktiv gelernt und gelebt wird.

Nach Abschluss der Arbeitsphase im Januar 2026 möchten wir hier unserer Projekte präsentieren, die Ergebnisse geben einen vielfältigen Einblick in die Arbeit der acht Projektgruppen (weitere Details finden sich auf den jeweiligen Projektpostern).

Klb

Ressourcenschutz & Müll

Im Projekt „Weniger Rest – Mehr Wert!“ analysierte die Projektgruppe die Mülltrennung an unserer Schule und entwickelte dazu eigene Trennsysteme. Ziel war es, praktikable Lösungen zu entwerfen und die Stadt Ratingen mithilfe einer Dokumentation von einer dauerhaften Umsetzung zu überzeugen.

Vermeidung von Einwegplastik

Mit der „Mission Pfand“ informierten MNU-Schülerinnen über die umwelt- und klimaschädlichen Auswirkungen von Einweggetränkeverpackungen. Durch gezielte Aufklärung und Aktionen in Testklassen gelang es, den Konsum von Einweg-Plastikflaschen messbar zu senken.

Energieeffizienz

Das Projekt „Switch to save“ setzte ein sichtbares Zeichen: Mit großem Engagement und viel Beharrlichkeit ersetzte die Gruppe beispielhaft herkömmliche Leuchtmittel in den Sanitäranlagen auf dem Westschulhof durch moderne LED-Technik und zeigte damit ganz konkret, wie Energieeinsparung im Schulalltag möglich ist.

Nachhaltiges Bauen

Wie umweltfreundliches Bauen und Sanieren mit Holz, Lehm oder Stroh aussehen kann, zeigte das Projekt „Nachhaltig bauen“. Die Projektmanagerin bereitete ihre Ergebnisse nicht nur auf einem Plakat, sondern auch in einem Vortrag auf und unterstützte damit den Forschen-Kurs der 6. Klasse bei dem Projekt „Zukunftsstadt“.

Ernährung

Dass Umwelt- und Klimaschutz auch schmecken kann, bewies die Projektgruppe „Besser essen, besser leben“. Sie informierte über saisonale und regionale Lebensmittel, arbeitete mit einer „Klimawaage“ und organisierte eine Lebensmittelverkostung mit Apfelkompott und Hafercookies.

Spielerisches Lernen

Die Gruppe „Clash of Cleans“ nutzte analoge Spielideen, mit denen die SDGs spielerisch im Unterricht vermittelt werden können und Nachhaltigkeit auch in globalen Zusammenhängen für jüngere Schüler:innen erlebbar wird.

Wissensvermittlung zum Thema Nachhaltigkeit

Gleich zwei Projektteams widmeten sich der Nachhaltigkeitsaufklärung jüngerer Mitschüler:innen:

Die „Mission Nachhaltigkeit“ entwickelte ein interaktives, sehr kreatives und schülergerechtes Stationenlernen und führte dieses in zwei 6. Klassen durch. Ein weiteres Projektteam „Nachhaltigkeit“ fokussierte sich auf die Berechnung des persönlichen CO₂-Fußabdrucks und auf die Entwicklung eigener, alltagsnaher Lösungen zur Reduzierung individueller Treibhausgasemissionen.

Lernen und Wirkung über die Schule hinaus

Auch wenn der Titel lautet „Unsere Schule soll nachhaltiger werden“, endete die Arbeit nicht am Schultor. Durch die Projekte entstanden vielfältige Vernetzungen mit schulinternen und -externen Akteuren. Diese Kooperationen und Dialoge bildeten ein wichtiges Fundament für die erfolgreiche Umsetzung der Teilprojekte und stärkten zugleich kommunikative Kompetenzen sowie das Verantwortungsbewusstsein der Schüler:innen.

  • Schulintern: In einem lebendigen Speed-Dating geben die Schüler:innen des aktuellen MNU-Kurses (Stufe 10) ihre Erfahrungen und ihr Wissen direkt und sehr persönlich an den MNU-Kurs der nachfolgenden Stufe 9 weiter, der zur gegebenen Zeit ebenfalls in sein Projekthalbjahr startet.
  • Regional: Eine Präsentation der Projektergebnisse erfolgt Anfang März beim regionalen Austauschtreffen des Wettbewerbs Demokratisch Handeln.
  • International: Teilnahme des Unterrichtskonzepts am Science on Stage Festival. Nach der Auszeichnung in Deutschland kann das Konzept 2026 beim europäischen Festival in Klaipėda (Litauen) einem internationalen Publikum vorgestellt werden.

Darüber hinaus nehmen einzelne bzw. alle Teilprojekte an Wettbewerben wie Demokratisch Handeln, dem Energiesparmeister und dem BundesUmweltWettbewerb teil – nicht nur mit hoffnungsvollem Blick auf mögliche Gewinne, sondern auch, um Aufmerksamkeit für Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsthemen sowie für die eigenen Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen zu schaffen.

Ein herzliches Dankeschön!

Ein Projekt dieser Größe ist immer Teamarbeit. Allen Unterstützer:innen und Beteiligten, die zum Gelingen dieses Projekthalbjahres beigetragen haben, gilt unser Dank. Wir danken der Schulleitung, dem Förderverein, den Hausmeistern, dem Team des Vertretungsplans, dem Sekretariat, der Cafeteria und den Reinigungskräften für ihre Geduld und Unterstützung vor Ort. Unser Dank gilt ebenso allen Kolleg:innen, Klassen und Kursen, die sich an den Projekten und Aktionen beteiligt haben oder Zeit und Raum für deren Durchführung ermöglicht haben.

Ein besonderer Dank gilt unseren externen Partnern: der Stadt Ratingen, dem Medienzentrum der Stadt Ratingen, der Forschungsbörse, Kosmos b, der DKV Mobility, dem Team von einfünf sowie dem Programm „Aktiv fürs Klima in Ratingen“, die uns alle mit Expertise, Kontakten und Kooperationen unterstützt haben. Sollte an dieser Stelle jemand nicht namentlich genannt worden sein, bitten wir dies nachzusehen – unser Dank gilt selbstverständlich allen, die dieses Projekt unterstützt haben.

Klb

PS: Mein besonderer Dank gilt auch den Schüler:innen der diesjährigen Durchführung von „Unsere Schule soll nachhaltiger werden“ – für euren Zusammenhalt, eure Kreativität, euer Verantwortungsbewusstsein, euer Durchhaltevermögen und eure Bereitschaft, Schule mit großem Engagement aktiv mitzugestalten. Ihr alle habt gezeigt, dass nachhaltige Veränderung durch gemeinsames Handeln möglich wird.