Mr. Pilks Irrenhaus
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Ken Campbell: Mr. Pilks Irrenhaus –
Die Theaterwerkstatt goes Comedy

In ihrem letztjährigen Programm hatte sich die Theaterwerkstatt von dem Zauber und den Schrecken der Nacht („Komm ganz in Schwarz“) einfangen lassen. Überwiegend Gedichte und Prosatexte zu diesem Thema von der Romantik bis zur modernen Literatur waren dargeboten worden in Rezitationen, Gesang und szenischen Arrangements. Nach diesem Ausflug ins Stimmungsvoll-Poetische stand dem Ensemble, das sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert hat, der Sinn nach echten Theatertexten, möglichst aus dem Bereich des komischen Genres. Man hatte Lust, sich einfach der Spielfreude  hinzugeben, das heißt, mal so richtig die Rampensau rauszulassen. „Mr. Pilks Irrenhaus“ kam der Gruppe, die bis auf zwei Ausnahmen nur aus Dreizehnern besteht,  deren Schulleben von den Drohungen des Zentralabiturs überschattet ist, da gerade recht.

Mr. Pilk ist eine Kunstfigur, die sich der englische Bühnenautor und Regisseur Ken Campbell erfunden hat. Er ist der Typ des versoffenen irischen Krawallgenies vom Schlage eines Brendan Behan. „Zu allererst muss gesagt werden, dass Henry Pilk ein Wahnsinniger ist. Ein Trinker von Format und ein leidenschaftlicher irischer Patriot (…). Mal befindet er sich innerhalb, mal außerhalb von Irrenanstalten. Und er schreibt, wie er trinkt: kontinuierlich von mittags an, bis er nicht mehr kann. Er schreibt auf Zigarettenschachteln, Servietten, Streichholzbriefchen, Wände, überall hin.“ So stellt ihn uns Campbell vor und mit augenzwinkernder Selbstreklame  versichert er, dass er die Stücke seines literarischen Alter Ego für das verrückteste und erhellendste Zeug halte, das ihm je untergekommen sei. Dabei lässt er Mr. Pilk lauthals verkünden:

„Nur weil meine Stücke nicht länger als drei oder vier Minuten sind, sind sie noch lange keine Sketche. Sie sind keine Nummern. Es sind Stücke. Verstanden. Short Plays. Jeder, der es wagt, sie als Sketsche zu bezeichnen, wird erschossen.“ Nun, was immer sie sind, in einem hat Pilk sicher recht: „Sie sind REINER IRRSINN“. Dabei stehen Szenen einer von höchstem sprachlichem Aberwitz geprägten, verqueren Kommunikation neben Slapstick der derbsten Sorte.

Pilks Minidramolette und gespielten Witze waren für die Theaterwerkstatt jedenfalls die willkommene Fortsetzung nach den Übungen in Stimmbildung, Pantomime und szenischem Improvisieren, mit denen sie  – wie immer – ihre Arbeit nach den Sommerferien begonnen hatte, um den Mitgliedern der Gruppe Gelegenheit zu geben, ihre Bühnenpräsenz, ihr stimmliches und körpersprachliches Ausdrucksvermögen sowie ihre Rollenfindungskompetenz mit viel Spaß auszubilden.

Vom Ergebnis des Ausflugs in Mr. Pilks Irrenhaus können sich alle Interessierten am Mittwoch, dem 12. 03. 2008, und Donnerstag, dem 13.03.2008, um 19.30 Uhr in der Pausenhalle Ost der Schule überzeugen. Karten zum Preise von 4,- €, SchülerInnen 2,-€, sind eine Woche vor den Aufführungen in den großen Pausen erhältlich in der Pausenhalle und vor dem Sekretariat oder auch an der Abendkasse.          

 

Westdeutsche Zeitung 15.03.2008