Eine Woche im Deutschen Museum, München

Die einzigartige Woche im Deutschen Museum begann mit der Anreise nach München. Als Vertreter unserer Schule sind wir zu zweit in eine spannende Woche gestartet, die von der Schule und einem Reisestipendium des MNUs (Deutscher Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts e. V.) teilweise finanziert wurde. Das Kerschensteiner Kolleg wurde während des Aufenthaltes zu einem Zuhause. Das Kolleg befindet sich in dem Gebäude des Deutschen Museums. In dem Kolleg gab es einen Gemeinschaftsraum sowie die Zwei-Bett-Zimmer, in denen geschlafen wurde.
Gleich nach der Begrüßung sowie der Vorstellung der Gruppe wurde die Gruppe durch einige Teile des Deutschen Museums geführt, darunter auch die Schifffahrtsaustellung und die Bergbauausstellung. Gegen Abend wurden klassische Kennlernspiele gespielt. Ich lernte an diesem Abend viele interessante Menschen kennen. Am selben Abend unternahmen alle zusammen, geführt von den Betreuern des Museums, eine Sightseeing-Tour durch die Innenstadt Münchens. Am zweiten Tag standen eine Führung sowie Zeit für eigene Studien an. Gegen Abend gingen wir selbstständig in Gruppen in der Innenstadt essen.

Max-Planck-Institut für Ornithologie

Für den Mittwoch war ein großer Ausflug in das Max-Planck-Institut für Ornithologie geplant. Alle Teilnehmer wurden von den begeisterten Wissenschaftlern mit ihrer Motivation schnell angesteckt und ausnahmslos von den Vorträgen über die verschiedensten Fachgebiete der Ornithologie mitgerissen. Zuerst wurden uns die aktuellen Forschungen über den Flug der Vögel im Windkanal demonstriert.

Die nächste Station war eine Einführung in die aktuellen biologischen Forschungen, die den Umgang der Meisen mit Stress untersuchen. Die Ergebnisse der Wissenschaftler waren verblüffend und lassen sich auch auf den Menschen übertragen. Der letzte Vortrag stammte von einer Wissenschaftlerin eines internationalen Teams, das den Schlaf von Vögeln studierte. Auch hier gab es Parallelen zwischen Menschen und Vögeln, mit denen ich persönlich nie gerechnet hätte. Doch die Wissenschaftler studieren dieses Gebiet erst seit einigen Jahren und die Ergebnisse, die in internationaler Zusammenarbeit entstanden, konnten so nur kleine Teile des Schlafes erklären. Unsere Fragen, die unweigerlich aufkamen, stießen an die Grenzen des Wissens und werden von den Wissenschaftlern selbst noch aktuell untersucht. Wir erfuhren von Thesen der Wissenschaftler. Die Referentin weihte uns in auffällige Korrelationen ein. Einige der Informationen über die Forschung und interessante Wendungen in den Beobachtungen wurden selbst erst Wochen später veröffentlicht. Der Weg zurück fiel schwer, zu viele Fragen waren noch unbeantwortet, weil selbst die Wissenschaftler sie nicht beantworten konnten.
Der Donnerstag war ebenfalls gefüllt mit Vorstellungen und Präsentationen – jetzt physikalischer Natur. Auch konnten wir die Zeit für eigene Studien zum Thema unserer Facharbeit, die für das Stipendium angefertigt werden muss, nutzen. Das Museum bot nicht nur Inspirationen für die Facharbeit, sondern festigte meine Träume für die Zukunft. Der wohl beeindruckendste Vortrag des Tages war die Präsentation des Rasterelektronenmikroskops, in dem nicht nur auf die Funktionsweise des Mikroskops eingegangen wurde, sondern auch live Bilder gemacht wurden. Zudem wurden verschiedenste Organismen – wie Einzeller und Mehrzeller – unter einem Lichtmikroskop betrachtet. Der Referent erzählte über die fantastischen Eigenschaften der Einzeller und Mehrzeller. Es war wie ein Ausflug in eine Traumwelt. Der Vortrag war so faszinierend, dass wir entschlossen, am Freitag einen ähnlichen noch einmal zu hören und dabei in Kauf nahmen, unseren Rückflug zu verpassen.
Der Abschied am Freitag fiel schwer. Die Begegnungen waren für mein Leben bereichernd und werden mir für immer in Erinnerung bleiben. Nur noch ein Vortag trennte uns von dem Rückflug und unserem Alltag. Wir sind in die spannende Welt der Forschung im Deutschen Museum München eingetaucht, in dem es selbst nach einer Woche Aufenthalt noch viel mehr zu entdecken gibt.
Justus

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