Die JuniorAkademie NRW - oder:
10 wunderschöne und abwechslungsreiche Tage
Von Lena Frommeyer
Die JuniorAkademie-was ist das eigentlich?
Die JuniorAkademie ist ein Sommerferienprogramm für hochbegabte, begabte oder einfach nur gute Schüler und Schülerinnen der Klassen acht und neun. Es gibt sie in zehn Bundesländern seit 2004. In NRW fand das Sommerferienprogramm das erste Mal im Jahr 2005 statt. Die JuniorAkademie kann man grob mit einem Sprachurlaub vergleichen: Vormittags und nachmittags hat man „Unterricht“, abends und mittags macht man noch etwas mit den anderen zusammen. Der Unterschied jedoch besteht darin, dass man keine Sprache gelehrt bekommt, sondern naturwissenschaftliche Themen. Da sich nicht alle Jugendlichen jedoch für Mathematik oder Biologie interessieren, gibt es jedes Jahr drei unterschiedliche Kurse. Dieses Jahr konnte man sich bei der Bewerbung entweder für Bionik (einem zusammen gesetzten Wort aus Biologie und Technik), Nanotechnologie (wo man sich mit den kleinsten Teilchen auseinandersetzte) oder für Kryptographie -dem Mathekurs (d.h. das Entschlüsseln von Nachrichten) entscheiden. Ich habe mich für letzteres entschieden.
Insgesamt haben sich im Jahr 2008 400 Jugendliche in NRW beworben. Von den 400 Jugendlichen wurden manche Leute aufgrund ihrer Qualifikationen direkt in das Programm aufgenommen. Danach kamen 120 Bewerber, die alle gleich gut waren. Von denen musste gelost werden, wer denn nun das Glück hat, mitzukommen.
Die Standorte
Da sich dieses Jahr so viele beworben haben, wurde noch kurzfristig ein zweiter Standort errichtet: Soest.
In Königswinter, dem Hauptstandort, wohnte man in einem Internat und nutzte die Räume der Schule.
In Soest, wo ich war, waren wir im ehemaligen Landesinstitut für Schule und heutigem Tagungs- und Fortbildungshaus für Lehrer. So waren alle Räume mit Beamer und Internet in einem topp Zustand. Übernachtet haben wir im Gästehaus: Jeder hatte sein eigenes Zimmer mit Dusche und WC. Der Platz reichte gut aus für eine Person. Das Bett quietschte ein wenig, aber ansonsten war es voll ok.
Da es nicht der Hauptstandort war sondern kurzfristig hinzugefügt, gab es leider kein Vorbereitungstreffen über ein Wochenende. So konnten wir uns vor der Akademie nur durch ein Forum kennen lernen, was aber auch echt toll war!
Die JuniorAkademie 2008 dauerte 10 Tage, von Montag, 27. Juli bis Donnerstag, 7. August 2008 (die 5. und 6. Sommerferienwoche). Am Montag gab es um 16 Uhr eine Eröffnungsfeier. Danach wurden wir in unsere Kurse aufgeteilt, und jeder bekam ein schickes Halsband mit Namensschild, welches man die nächsten zehn Tage tragen musste. Danach verabschiedeten sich alle von ihren Eltern und wir waren unter uns. Jeder ging noch kurz auf sein Zimmer, die Sachen wegpacken und wir trafen uns in der Aula des Tagungshauses zu einer Vorstellungsrunde. Nachdem jeder sich vorgestellt hatte, gab es erst mal Abendbrot in der hauseigenen Mensa. Als alle fertig gegessen hatten, gingen wir gemeinsam in die jeweiligen Kursräume, um noch eine Stunde miteinander zu reden, die Kursleiter (welche wir übrigens alle duzen durften, da der älteste nur 31 Jahre alt war) näher kennen zu lernen und die 10 Tage zu planen. Danach gingen wir bald ins Bett, in Vorahnung schon, dass die nächsten Tage sehr anstrengend werden.
Der Tagesablauf
Ein Tagesablauf sah ungefähr so aus -dabei sollte man die Abkürzung "küA's" kennen; küA's sind kursübergreifende Angebote, die jeder Teilnehmer selbst anbietet-:
| 07:00 Uhr | Frühjoggen (es war nicht verpflichtend, jedoch hat es mir immer sehr viel Spaß gemacht, morgens neben den Feldern entlang in den Tag hinein zu laufen) |
| 07:30-8:30 Uhr | Frühstück (welches immer sehr ausgiebig mit Brötchen, Müsli, frischer Milch, Orangensaft etc. war) |
| 08:45 Uhr | Plenum in der Aula (dort klärte man immer den Tag ab, die küA’s für den Abend, etc.) |
| 09:00-12:30 Uhr | Kurs (mit Pausen dazwischen) |
| 12:30-14:00 Uhr | Mittagessen (man konnte immer zwischen zwei-drei Mahlzeiten wählen und Salat und Nachtisch bekam man auch noch dazu. Leider gab es zu trinken aber nur heißen Tee, jedoch konnte man sich Cola, Wasser, etc. in der Mensa auch kaufen) |
| 14:00-15:30 Uhr | Chor(dieser war an den ersten zwei Tagen verpflichtend, danach nicht mehr. Mir hat er aber sehr viel Spaß gemacht, so dass ich es nicht bereut habe) |
| 16:00-18:00 Uhr | Kurs |
| 18:00-19:00 Uhr | Abendbrot |
| 19:00-20:30 Uhr | 1. küA-Schiene (die kursübergreifenden Angebote konnte jeder Teilnehmer selbst anbieten. So bot zum Beispiel ein Mädchen Tanzen abends an. Die anderen Teilnehmer konnten dann zwischen ca. drei Angeboten jeden Abend entscheiden. In der ersten Schiene gab es immer noch Sport, wo man mit zwei Kursleitern zum 5 min-entfernten Sportplatz ging und Tischtennis, Fußball oder Basketball spielte.) |
| 20:30-22:00 Uhr | 2. küA-Schiene (in dieser Schiene wurde eigentlich fast immer Orchester angeboten, in dem wir Fluch der Karibik spielten und hinterher auf der Abschlusspräsentation aufführten, außerdem gab es auch noch Sprachen wie Chinesisch und Russisch, Power Yoga, Cocktails machen und trinken, …) |
| 22:30 Uhr | in die Zimmer gehen, da um |
| 22:45 Uhr | die Leiter in jedes Zimmer spazierten und schauten, ob alles in Ordnung ist und man wirklich alleine ist |
| 23:00 Uhr | Nachtruhe (naja….steng genommen konnte man von absoluter Ruhe nicht reden ;-) |
Dieser Tagesablauf war unser Leitstrang, aber wir haben noch viel mehr unternommen. So sind wir einmal –selbst verständlich freiwillig- um 6:05 Uhr aufgestanden, damit wir in das benachbarte Schwimmbad gehen konnten zum Frühschwimmen-sehr lustig! Ein Tag war auch English-Day: An diesem Tag mussten wir in unseren Kursen nur Englisch reden-das sagte man uns auf jeden Fall. Daran gehalten haben wir uns jedoch nur mehr oder weniger. Mit den Kursleitern wurde Englisch gesprochen, aber untereinander eher nicht… An einem Abend gab es an Stelle von den küA’s einen wissenschaftlichen Vortrag von einem baldigen Professor über Connexine und Connexone im Auge. Das war sehr interessant, obwohl wir alle nichts verstanden haben. Auch intelligente Leute wissen eben nur wenig.
An einem Tag wollten wir auch nachmittags zum Hochseilgarten in Soest gehen. Leider war jedoch der Park auf Grund von Nässe gesperrt. So gingen wir nochmals in das Schwimmbad mit Rutsche, Wellenbad, etc. Außerdem hatten auch ein paar Leute für Dienstagabend eine Disko organisiert, als interne Abschlussfeier. Die Disko war total schön! Am vorletzten Tag gingen wir auch an Stelle vom Chor in das ca. eine halbe Stunde entfernte Soest, welches auch sehr schön war!
Jedoch hatten wir am Mittwoch auch noch sehr viel mehr zu tun. Wir mussten für Donnerstag eine Abschlusspräsentation vorbereiten, wo jeder Kurs eine halbe Stunde lang ihr Thema vorstellen sollte. Außerdem bereiteten wir noch einen Rundgang mit Plakaten vor, welchen die Eltern und Bekannte vor der Abschlussfeier sehen durften. Nach der Abschlussfeier hieß es dann verabschieden von den Leuten. Das war sehr traurig, weil man sich total nahe gekommen ist! Ich habe auch sehr viele Leute kennen gelernt und hier und da mir eine Träne verkniffen…naja, das Nachtreffen ist in dem Forum schon geplant und ich freue mich total darauf!
P.S.: Die JuniorAkademie NRW hat natürlich auch noch eine Homepage:
www.learn-line.nrw.de/angebote/juniorakademie/