Expertengespräch
Home » Fachbereiche » Sozialwissenschaften / Politik » Expertengespräch

Expertengespräch mit Herrn Stephan Krebs

Stephan Krebs ist Ratsmitglied im Duisburger Stadtrat und Vorsitzender von "Junges Duisburg"

Der Grundkurs Sozialwissenschaften der Jahrgangsstufe EF unter der Leitung von Anne Wedding führte im Rahmen des Themas "Politische Partizipation" ein Expertengespräch an unserer Schule durch.

Als Experte zum Thema "Parteiengründung" hielt Herr Stephan Krebs, Ratsherr aus Duisburg, einen Vortrag zu seiner erst kürzlich gegründeten Partei "Junges Duisburg" und diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern. Als Vorbereitung hatten diese selbst eine fiktive Partei gegründet und sich zudem mit der politischen Situation in Duisburg beschäftigt.

"Junges Duisburg" ist ein aktuelles Beispiel für politische Partizipation und deshalb auch zur Untersuchung an unserer Schule geeignet, da die Partei nur in Duisburg wählbar ist und somit politische Neutralität gewahrt wird.

Als Nachbereitung sollten die Schülerinnen und Schüler einen Zeitungsartikel über den Besuch von Herrn Krebs schreiben. Zwei Beispiele sind unten dargestellt.

Anne Wedding


Junges Duisburg trifft auf junge Schüler

Von Jugendlichen für Jugendliche, so lautet die Devise der Partei „Junges Duisburg“, welche in der Stadt, wo die Ruhr in den Rhein mündet, für frischen Wind  sorgen möchte!

Stephan Krebs, Vorsitzender der Partei, war zu Besuch, kam herein, mit Kaffee, guter Laune und Selbstbewusstsein. Er machte einen sehr selbstsicheren Eindruck und konnte viele Fragen, die sich nach dem informativen Vortrag über seiner Partei stellten, mit Bravour beantworten. 

Laut Krebs betrage das Durchschnitts-Alter des Duisburger Stadtrates um die 60 Jahre, und dass da primär auf die Anliegen der älteren Bürger eingegangen würde, sei nur eine Konsequenz davon. So kann es nicht weitergehen, darum gründete sich JuDu, Junges Duisburg.

14 Mitglieder waren zu Anfang der Parteigründung 2009 involviert, mittlerweile sind es bereits 75 und die Erwartungen, dass nächstes Jahr 100 Mitglieder verbucht werden können, stehen sehr hoch. 

Ihre Aufgabe sehen sie darin, das Leben für die Menschen lebenswerter in der Stadt zu machen, und speziell für die noch junge Bevölkerung. 

Die Partei möchte etwas bewegen, sie wollen nicht nur reden sondern auch handeln!

Was Ihnen mit am Wichtigsten ist, ist die Einführung von einem kostenlosen Mittagessen in Ganztagsschulen. „Es sollte keiner Frage mehr des Geldbeutels sein, ob Kinder mittags etwas essen können.“ Desweiteren sollen die öffentlichen Verkehrsnetze besser auf die Jugendlichen angepasst werden. Speziell an Wochenenden sollen die Busse auch die Discos anfahren, damit die Kinder wohl und behütet Zuhause ankommen.

Ein Problem, welches sie in ihrem Programm aufnehmen, welches nicht nur die Kinder in Duisburg betrifft sondern jeden Jugendlichen, bezieht sich auf die deutsche Staatsverschuldung. Es sollte nicht dazu kommen, dass wir später auf den Schulden sitzen, die heute gemacht werden…

In der Partei kann jeder Mitglied werden, doch die Idee wird durch und durch auch in der Partei gelebt, so kann zwar wie angesprochen jeder Mitglied in der Partei werden, doch als Kandidat für Ämter dürfen sich lediglich jene bis 39 aufstellen lassen.

Junges Duisburg kann schon stolz auf die vergangenen 2 Jahre zurück blicken, sie haben nicht nur maßgeblich dazu beigetragen, dass ein großer Mode-Konzern in der Stadt seine Zelte aufschlägt sondern auch, was in Deutschland bis jetzt einzigartig ist, eine kostenlose Beratungsstelle für Studenten in den Unis eingerichtet. Dort wird den Jugendlich Klarheit verschafft über alltägliche und rechtliche Fragen. Toll daran ist auch das diese Einrichtung die Stadt keinen Cent kostet, da dieses Projekt von der Uni bezahlt wird.

Zum Ende dieses Berichts kann man der Partei nur alles Gute wünschen und viel Erfolg, doch wenn sie so weiter machen, und der Bürgerschaft auch weiterhin mit tollen Aktionen und Angeboten ihre Anliegen und Wünsche näher bringen, dürften dort keine Zweifel aufkommen.

Søren Hahn

 

 

Herr Krebs – Gründer der Partei JuDu

Herr Krebs ist ein 26-jähriger Lehramtstudent, dessen Vorbild schon immer der frühe Helmut Kohl war. Er wollte schon immer etwas bewegen und mitreden, deshalb trat er 2002 in die CDU ein. Da ihm dies allerdings zu wenig war, gründete er 2009 seine eigene Kommunalpartei „junges Duisburg“.

Kernpunkt dieser Partei ist, dass sich junge Menschen für junge Menschen einsetzen, da die meisten Menschen im Stadtrat über 60 sind und so ihre Politik nicht nach der Jugend richten können und nicht in der Lage sind, über Themen wie z.B. Schule zu entscheiden. Die momentan 75 Mitglieder der Partei sind durchschnittlich 22½ Jahre alt und die konkreten Ziele sind kostenloses Mittagessen an Ganztagsschulen, den ÖPNV verbessern, Stärkung des Jugendparlamentes, Schuldenabbau sowie die Sanierung und Eröffnung von Jugendzentren.

Bei den Kommunalwahlen 2009 in Duisburg bildete die JuDu eine Fraktion DWG mit anderen kleineren Parteien, sodass sie 5-stärkste Fraktion im Stadtrat wurde und dort in Ausschlüssen mit 11 Mitgliedern vertreten ist. Die Partei finanziert sich mithilfe von Mitgliederbeiträgen (5€ pro Monat) und Spenden. Zudem benötigt dieses politische Engagement viel Zeit. Herr Krebs arbeitet 30 Stunden die Woche in der Politik, neben seinem Studium. Viel Geld bekommt er jedoch nicht und kann somit auch nicht davon leben.

Bei der Ratssitzung vom 17.10.2011 standen 112 Punkte auf dem Plan und sie ging von 15.00-22.00 Uhr. Einige Erfolge konnte er schon verbuchen, wie z.B. eine Senkung der Kosten für das Mittagsessen an Ganztagsschulen.

Für die Zukunft wünscht Herr Krebs sich mehr Wähler und somit auch mehr Sitze im Stadtrat, betont aber auch, dass er auf jeden Fall in der Kommunalregion Duisburg bleiben möchte und es sehr schwer sei, sich gegen die großen Parteien wie CDU oder SPD durchzusetzen.

Janine Birnbach