
Im Schuljahr 2005/06 hat sich die Theaterwerkstatt dem Autor Kurt Tucholsky zugewandt.
Die neue Produktion "Das Publikum will es so!" - Ein Abend mit Kurt Tucholsky wurde am 3. und 5. April 2006 aufgeführt.
"Das Publikum will es so!" - Ein Abend mit Kurt Tucholsky
Nach der Auseinandersetzung mit dem Klassiker Schiller, deren Ergebnis vom Publikum in zwei Aufführungen im vorigen Frühjahr mit begeistertem Beifall und von der Stadt Ratingen mit dem Förderpreis für Laientheater belohnt wurde, hat sich die Theaterwerkstatt des CFvWG in diesem Jahr einem Autor zugewandt, der den Typ des modernen feuilletonistischen Literaten vertritt: Kurt Tucholsky. Viele seiner Texte, die er hauptsächlich für die "Weltbühne" verfasste, dem kämpferischen Zentralorgan des demokratisch-republikanischen Geistes der Weimarer Zeit, haben an satirischer Treffsicherheit und Aktualität nichts verloren.
Beim Durchforsten der entsprechenden Anthologien und der Zusammenstellung des Programms hat die Theaterwerkstatt den Schwerpunkt einmal auf das Thema Weltwirtschaft und Arbeitslosigkeit gelegt, ansonsten aber die Rubrik "Menschlich-Allzumenschliches" favorisiert. Der Bogen der Beiträge spannt sich von durchaus zeitgenössisch anmutenden Fragen nach der Intelligenz des Publikums angesichts der Verblödungsprogramme in den diversen Medien über die berühmten Ratschläge für schlechte Redner und ein Colloquium in Utero über die Seinsbedingungen außerhalb desselben bis hin zu tiefsinnigen Betrachtungen zu Wesen und Funktion der Löcher. Es gibt die ultimativen Rezepte gegen Grippe (höchst aktuell), äußerst erhellende Traktate über den Hund und seinen Herrn, den Menschen, sowie über die Formation, in der letztgenannter besonders gern vorkommt, die Familie.
Natürlich werden auch Tucholskys Reflexionen aus der Beziehungskiste geholt, wobei der deutsche Mann nicht sonderlich gut wegkommt, sein Lottchen aber auch nicht.
Anders als bei den gängigen Tucholsky-Abenden in den Stadttheatern und auf den Kleinkunstbühnen, wo meist ein Schauspieler die Texte rezitiert, hat die Theater-werkstatt zum einen bevorzugt Sketche für mehrere Rollen ausgewählt, zum anderen aber auch die Gedichte und Prosatexte als Inszenierungen für mehrere Sprecher eingerichtet. Diese Inszenierungsarbeit, die in Kleingruppen vorgenommen wurde, war neben dem Rollenlernen und dem Einüben von Bühnenpräsenz und Körper-sprache Hauptinhalt der Einstudierung des Programms in diesem Schuljahr.
Da es sich um einen Abend kabarettistischer Kleinkunst handelt, soll der Auffüh-rungsort diesmal die Pausenhalle Ost der Schule sein, wo sich ein geeigneterer Rahmen und eine intimere Atmosphäre als auf der Bühne der großen Aula herstellen lässt. Die Aufführungen finden am Montag, dem 3. April, und am Mittwoch, dem 5. April, jeweils um 19.30 Uhr statt. Karten zum Preise von 2,- Euro (Schüler/innen) und 5,- Euro (Erwachsene) gibt es ab dem 20. März im Sekretariatstrakt der Schule und in der Pausenhalle Ost.
Karin Feilen
Dr. Dietrich Erlach