Kreatives Schreiben (11.2.2020) und Lesung mit dem Autoren Tobias Steinfeld (12.2.2020) im Medienzentrum

Schreibwerkstatt

20 Schüler der Stufe 7 treffen sich mit sehr konkreten Vorstellungen zum kreativen Schreiben am 11.2.2020 im Medienzentrum. Einige verfassten früher Geschichten in ihrer Freizeit, gaben dieses Hobby aber auf. Andere haben immer noch Spaß am Schreiben. Vielen ist gemein, dass sie es schwierig finden, aufgrund von zu vielen Ideen den roten Faden nicht zu verlieren. Andere berichten, dass sie ihr Geschriebenes ständig verwerfen.

Von dem Autor Tobias Steinfeld wollen sie nun wissen, wie man spannende und interessante Geschichten schreibt und wie man auf Ideen kommt. Patentrezepte kann der 36-Jährige nicht anbieten, Tipps aber schon: „Fünf Minuten einfach drauflos schreiben und dann sehen, welche Idee wirklich gut ist“, empfiehlt er den Schülern und: „Wenn man eine Idee hat, muss man über seinen Schatten springen und sie sofort auf-schreiben, auch wenn man noch müde ist“.
Wichtig sei es, eine Rahmenhandlung und die Figuren mit ihren Eigenschaften und ihrer Historie im Kopf zu haben. Kleine Gegensätze bei der Gestaltung einer Figur würden sie reizvoller machen. Der Autor erzählt: „Die Verlage wünschen sich ein vier-seitiges Skript, um eine Vorstellung von einem neuen Buch zu erhalten. Niemand will erst das ganze Buch lesen.“
Zusammen mit den Schülern spricht Tobias Steinfeld einen Steckbrief zu Ibrahim, einer Figur aus seinem Roman „Scheiße bauen: sehr gut“, durch und bereitet sie so-mit auf die eigene Schreibarbeit vor. Anschließend suchen die Schüler zusammen eine Klammer für ihre Geschichten. Schnell steht fest: Alle Handlungen sollen in einem Dorf spielen. „Wie soll es heißen?“ „Petersburg!“, meint der eine, „Columbia“, die andere oder „Steinfeld?“. Die Wahl fällt auf Steinfeld. Das Dorf wird kurz beschrieben. In den Köpfen der Schüler entstehen unglaublich zügig Ideen, was sie schreiben könnten und sie nehmen den Rat des Autors an, Querverbindungen zwischen den einzelnen Handlungen entstehen zu lassen. Überall im Medienzentrum verteilen sie sich und schreiben, einige alleine, andere in Kleingruppen. „Soll ich in der Ich-Perspektive schreiben?“ „Was meinst du, welche Zeit ist besser: Gegenwart oder Vergangenheit? Hör mal!“ „Womit soll ich anfangen?“, lauten noch die Fragen zu Beginn des kreativen Schreibens. Bald kehrt Ruhe ein.

Nach etwas mehr als einer Stunde treffen sich alle wieder, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Unterschiedlicher könnten die Handlungen nicht sein: Eine Geschichte handelt von einem Rotkehlchen, das sich in einen Phönix verwandelt, eine andere von einer Außenseiterin, wieder eine andere von einem Mord. Konstruktiv wird gelobt und es werden konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht, die in einer zweiten Schreibphase eingearbeitet werden. Mittags gehen die jungen Autorinnen und Autoren mit einem guten Gefühl nach Hause und sind gespannt darauf, ihre Texte am nächsten Tag der ganzen Stufe 7 vorzustellen.

Lesung

Aber vorher steht am nächsten Schultag noch ein zweiter wichtiger Programmpunkt auf dem Plan: die Lesung Tobias Steinfelds aus seinem Roman „Scheiße bauen: sehr gut“. Jeweils zwei siebte Klassen versammeln sich nacheinander im Lesecafé des Medienzentrums und haben eine Stunde Zeit, um besonderen Stellen des Romans zu lauschen (die sie sich vorher aussuchen durften) und um Fragen zum Roman und zum Schreiben im Allgemeinen zu stellen. Schnell wird klar, dass es Herr Steinfeld mit wahren Experten des Romans zu tun hat, die jede Einzelheit kennen und viele Fragen an den Autor haben. Sie möchten zum Beispiel wissen, wie Herr Steinfeld auf die Idee zu seinem Roman gekommen ist. Er erzählt, dass er die Idee durch seine Zeit als Integrationshelfer an einer Förderschule entwickelt habe, da ihn die Wahrnehmung dieser Schüler in der Gesellschaft sehr bewegt habe. Deswegen lasse er seinen Protagonisten eine Entwicklung weg von Vorurteilen und Berührungsängsten hin zu völli-ger Normalität im Umgang mit seinen neuen Mitschülern durchlaufen. So gelingt es, das Publikum zum Nachdenken über die eigenen Vorurteile und gedanklichen „Schub-laden“ anzuregen.

Nach der Lesung haben die Schüler noch Gelegenheit, ihre mitgebrachten Bücher signieren zu lassen oder sich eine Autogrammkarte abzuholen.

Präsentation

Den Abschluss der zweitägigen Veranstaltung mit dem Autoren Tobias Steinfeld bildet die Präsentation der Workshopergebnisse im Stadttheater. Es ist beachtlich, was die Schüler in Zusammenarbeit mit Herrn Steinfeld auf die Beine gestellt haben: 12 Texte werden vorgelesen, die sich allesamt durch eine besondere Idee, präzise dargestellte Figuren und einen gut nachvollziehbaren Plot auszeichnen. Das Konzept der Präsentation lässt eher eine mehrtägige Arbeit und Absprache vermuten als den vormittäglichen Zeitrahmen der Schreibwerkstatt. Die Geschichten nehmen teilweise aufeinander Bezug und spiegeln allesamt Ereignisse aus dem Dorf Steinfeld wider. Sie werden einleitend kommentiert durch den fiktiven Blog einer gut informierten Einwohnerin, der ebenfalls von einer Schülerin geschrieben wurde.
Nach der Vorstellung der Geschichten bietet Herr Steinfeld dem Publikum Raum, auch den Jungautoren Fragen zu stellen und so noch mehr über die Arbeit im Workshop zu erfahren.

Mit dem Einblick in den Schreibworkshop wird die ergebnisreiche Veranstaltung mit dem Autor Tobias Steinfeld gelungen abgerundet.

Alw, Lai

Tobias Steinfeld zu Gast am CFvW

Für die Lesung am 12.2. konnten wir den Autor Tobias Steinfeld gewinnen, der aus seinem neuen Jugendroman “Scheiße bauen: sehr gut” lesen wird. Zur Lesung im Medienzentrum eingeladen sind alle Schüler der Stufe 7 mit ihren Deutschlehrern.

Am 11.2., einen Tag vor der Lesung, nehmen 20 interessierte Schüler der Stufe 7 an dem kreativen Schreibworkshop geleitet von Tobias Steinfeld teil. Sechs Schulstunden lang entwickeln sie eigene Texte und lassen sich von dem Autor anregen. Die Workshopteilnehmer stellen ihren Mitschülern ihre Ergebnisse am Mittwoch, dem 12.2. in der 5. und 6. Stunde in der Aula vor.

Lai

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